Ausgabe I - 2017
01. September 2017

Schwesig: Weiter so?

AfD wieder über Landtagswahl-Niveau

Aber in MV ist doch alles schick, oder?

Klimaaktionstag Rostock

Eine unpolitische Veranstaltung?

Seltsame Vorstellungen der Veranstalter

Offshore Windparks


Betrachtungen zur Umweltverträglichkeit

Schadwirkungen beim Wasserbau

Personalie

Expertise für den Partei-Vorstand

Neue Beirätin Frau Dr. Bönsch

Schwesig: Keine Angst vor Verantwortung?

Aber hoffentlich Respekt! MV braucht dringend Kurswechsel

Die Ehrenamtler im Ländlichen unseres Bundeslandes werden weniger.
Fußball-Schiedsrichter zum Beispiel. Auch 72 Feuerwehren wurden aufgelöst. Kein Grund zur Sorge, beruhigte der Landes-feuerwehrverbandschef, Hannes Möller, die Einsatzfähigkeit sei prinzipiell gegeben.
Das liegt daran, dass die jungen Menschen wegziehen, weiß unser Innenminister, Herr Caffier, zu erklären. Ja, warum denn bloß ziehen die Jungen weg vom Lande?

Nun, was bei den Feuerwehren noch klappt, ist in der Großen Koalition (GroKo) unserer Landesregierung seit Jahren nicht mehr gegeben, denn die hat noch nicht einmal gemerkt, dass es brennt oder ist überzeugt, das Feuer werde schon von alleine wieder ausgehen.

Die AfD zum Beispiel. Hatten sich in der Landtagswahl 2013 „nur“ 5,6% der Wähler für diese Partei entschieden, waren es 2016 bereits 20,8%. Das Wehklagen war groß. Protestwähler, im Wesentlichen. Natürlich. Die alte GroKo war noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen.
Im Januar dieses Jahres ermittelte die Forsa GmbH im Auftrag der Ostseezeitung auf die „Sonntagsfrage“ hin 19%, nun, im Juli, die INSA Consulere GmbH für den Nordkurier 22% potentielle AfD-Wähler. Merkst selbst? Wohl so ziemlich jede/r - außer der GroKo.

Herr Dahlemann zum Beispiel. Parlamentarischer Staatssekretär für Vorpommern. Der startete zum 31.07. seine „Vorpommerntour“ (http://www.regierung-mv.de/Landesregierung/stk/Presse/?id=129708&processor=processor.sa.pressemitteilung). Tolle Stationen! 31.07. Neu Boltenhagen: Frühstück mit dem Bürgermeister und ....? Richtig, dem Feuerwehrchef! Dann ein Rundgang durch die Gemeinde. 03.08. Schlösser und Gutshäuser gucken. 04.08. Wirtschafts-Tag. Die Erfolgsstories Modellbau, Sportbögen, Körbe, Startup Digitack. 07.08. Engagement-Tag: Organisation zur Arbeitsförderung und Strukturentwicklung, DLRG. 10.08. Kultur-Tag: Otto-Niemeyer-Holstein-Museum, Runge-Haus. 11.08. Fachkräfte-Tag.
Finde den Fehler!
Wo sind denn eigentlich die Probleme? Läuft doch alles! Wir sind schon klasse, wir von der Landesregierung. Wie wäre es denn mit Besuchen an Plätzen, an denen es klemmt, infrastrukturell und sozial. Wie wäre es denn mal mit einer Einladung der Menschen in eine Turnhalle inklusive Diskussion der Nöte und Sorgen? Dann hätte Herr Dahlemann auch was Sinnvolles zu erzählen, zu Hause in Schwerin.

Seiner neuen Chefin zum Beispiel. Aber die kennt sich ja sowieso schon aus in MV. Deswegen weiß Ministerpräsidentin Schwesig ja auch, wie es weitergehen soll. Nämlich so wie bisher. Sie formulierte das in ihrer Regierungserklärung am 12.07. (https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Schwesig-gibt-Regierungserklaerung-ab,schwesig484.html) nur etwas eleganter, als sie verlauten ließ „auf Kontinuität“ setzen zu wollen. Mit dieser Aussage lässt sich vielleicht auch ihr Bekenntnis im Interview mit dem Tagesspiegel am 03.07., „Verantwortung ... macht mir keine Angst, sie macht Spaß.“, besser einordnen. Denn eigentlich darf und sollte Regierungsverantwortung für 1,61 Mio. Menschen schon mit Bedenken einhergehen, vielleicht doch mal einen Fehler zu machen. Doch wer alles schick findet wie es ist und nichts Neues riskiert, der hat selbstverständlich Spaß. Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen.

Vielleicht aber gibt es ja tatsächlich überall Kuchen?
In den ländlichen Regionen unseres Bundeslandes zum Beispiel.
Jobs, ein ausgebautes Netz des öffentlichen Personennahverkehrs, KiTas und Schulen, Gesundheitsversorgung, Internet, Kuchenbäcker an jeder Ecke. Da siedelt sich gerne Gewerbe an. Die Jungen ziehen nur fort, weil sie nicht wissen, wie gut sie es haben.

Und Strom vor der Haustür! Was denkt sich eigentlich Herr Sauder, Bürgermeister aus Krackow, dabei, einen „Wutbrief“ an die MPin zu schreiben, in dem er über 5% Gemeindefläche für Windräder (Landesziel 1,5%) ablehnt, sich beschwert, nicht gehört zu werden und vorgibt, anderen Gemeindevertretern aus dem Herzen zu sprechen? Das Energieversorgungskonzept mit Ausbau von Windkraft-, Solar- und Biogasanlagen wird doch allerorten als sinnvoll und nachhaltig gepriesen. Wir können nicht genug Strom produzieren, der per Trassen nach Süddeutschland transportiert wird und auch sonst reißenden Absatz findet. Und wir merken es ja unmittelbar im Geldbeutel: Dank EEG zahlen wir immer weniger für den Strom – gerade hier in MV! Es ist eine Augenweide, wie sich die technischen Meisterwerke der „Erneuerbaren“ nahtlos in die Natur und zwischen Siedlungen fügen. Die sanft romantischen Mühlen und glänzenden Modulflächen entpuppen sich daher mehr und mehr auch als Tourismusmagneten.
Eben das gilt auch für die riesigen Monokulturflächen der Agrarindustrie. Der Blick des staunenden Betrachters kann in grenzenlose Ferne schweifen. Die Artenvielfalt der Tiere findet ihr Refugium und die kleinen und mittleren Bauern sind froh, ihre unrentabel werdende Arbeit endlich an den effizienteren großen Bruder abgeben zu können, zumal der auch die gesünderen Lebensmittel produziert. Für so eine tolle Sache ziehen die Einheimischen gerne weg und solches einmal im Leben gesehen zu haben zählt zu den Top Ten der touristischen Highlights.

Immerhin ist das Kuschelkonzept von Windrädern, Solarflächen, gigantischen Agrarflächen und deren Umweltschäden mit dem Naturnähe und ein „Gesundheitsland“ suchenden Touristen selbst unserer frisch gebackenen MPin wohl nicht ganz geheuer. So warnt sie, dass „der Strandkorb alleine nicht reicht“ und zukünftige Arbeitsplätze in MV „in der Land- und Ernährungswirtschaft, in der Gesundheitswirtschaft, in der maritimen Industrie und in Zulieferbetrieben für die Auto- und Luftfahrtindustrie“ zu schaffen seien. Im Klartext: Arbeitsplätze gibt’s bei denen, die unser grünes Land zu Grunde richten, und außerdem noch in Wolkenkukucksheim, denn die Frage sei erlaubt, was denn MV z.B. der Automobilindustrie kostengünstiger als andere Bundesländer zuliefern könnte.

Irgendwas für die „Elektromobilität“ vielleicht? Das wäre ja mal eine sinnvolle Überlegung. Immerhin sind derzeit in Deutschland 0,1% Elektroautos unterwegs. Und es werden aus vielen Gründen in kürze sicher viel, viel mehr sein, denn endlich wurde die Knappheit von Lithium für die Akkus nachhaltig gelöst. Das kann nämlich neuerdings aus der Luft gewonnen werden. Daher geht der Trend zum Zehnt-Akku. Wer von Schwerin nach München fahren will, benötigt die bei ca. 100 km Reichweite pro Akku auch, es sei denn, man hängt sich für jeden Ladevorgang ca. 8h an die Elektrotankstelle. Deren Netz wird ja, wie jede/r weiß, rasant ausgebaut. Vielleicht ergeben sich so ja neue Urlaubsmodelle, indem die Zwischenstopps oder 60-70 Stunden Ladezeit elegant für spannende Sightseeing-Touren genutzt werden? Der Massenfertigung von Elektromotoren steht endlich auch nichts mehr im Weg, seit kürzlich der magische Effekt entdeckt wurde, dass die für die Magneten benötigten „Seltenen Erden“ nur in „Häufige Erden“ umgetauft werden müssen, um sie im Überfluss zur Verfügung zu haben. Und schließlich wurden sogar gleich zwei Lösungen für das Laden der Autos in den Städten entwickelt. Während die im Milliarden-Überschuß schwimmende Bundesregierung die Verlegung von Induktions-Ladekabeln durch die Straßenzüge favorisiert, setzen die Baumärkte auf Billig-Verlängerungskabel, die selbst vom 6. Stock locker bis zum Parkplatz reichen.

Alles Unsinn. Vielleicht fällt der Groschen ja irgendwann selbst beim tumbsten Autolobby-Politiker, damit der Weg frei wird zum längst überfälligen Ausbau erschwinglicher Nahverkehrssysteme und deren Vernetzung über schnelle Regionalverbindungen. Nicht neu, aber Jahrzehnte von der Autopolitik hintertrieben. Ein modernes MV sollte nicht der krankenden Automobilindustrie, sondern zukunftsfähig „zuliefern“.

Ganz nebenbei verteilte Frau Schwesig mit ihren Vorstellungen über das Wirtschaftsland MV eine fette „Watschen“ für Minister Glawe, die dieser sicher auch verdient hat. Denn dieser GroKo-Dinosaurier betreibt seit Jahren einfallslose Wirtschaftspolitik, die sich im Wesentlichen auf Häfen und den Küstentourismus beschränkt und dessen „Industrieoffensiven“ sich mehr oder weniger in Werbekampagnen für Investoren erschöpfen. Dabei gäb’s reichlich Potentiale. Warum soll MV nicht mal Vorreiter sein, bei der Entwicklung und Planung neuer Mobilitätskonzepte, von Strategien zur Umweltgerechtigkeit oder zu kollaborativen Gesellschaften? Unsere Hochschulen haben was drauf! Eines der schlimmsten Versäumnisse der letzten Jahre betrifft sicherlich den Internetausbau. Der geht allerdings auf Minister Pegels Kappe. Oder kann der etwa nichts dafür, weil dem zuständigen Minister Glawe nicht klar war, dass das Breitband-Internet einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren ist, und er Pegel vielleicht hätte einfach nur fragen müssen?

Da sind wir aber was froh, dass unsere MPin nun durchzieht. Ein Zehn-Millionen-Programm will sie auflegen, um die Digitalisierung voranzubringen und Start-Ups zu fördern. Das ist ein Anfang. Vergleicht man den Anschubbedarf mal mit den Summen, die Berlin so erhält, wären jedoch allein für Rostock über 100 Millionen von Nöten. Eine solche Summe ist ohne Einwerbung von Risiko-Kapital nicht zu stemmen. Das aber sucht pfiffige Ideen, wobei sich die Katze wieder in den Schwanz beißt: Ohne innovative Wirtschaftspolitik wird die Feigenblatt-Förderung von ein paar Start-Ups keine Initialzündung sein.

Risiko-Kapital fragt darüber hinaus nach den Rahmenbedingungen, denn selbst die beste Wirtschaftspolitik gerät ohne Arbeitskräfte zum Papiertiger. Womit wir wieder bei den jungen Menschen wären, die MV verlassen. Es darf nicht dabei bleiben, dass – wie „Die Welt“ einmal schrieb – in MV schon Gold gefunden werden müsse, um Arbeitskräfte anzulocken. Auswanderung und Landflucht in die Städte kann nur mit guten Lebensbedingungen entgegengewirkt werden, und zwar sowohl auf dem Lande als auch in der Stadt. Akute Aufgabe der Sozialpolitik ist dem in den Städten grassierenden Flächenverlust für den gewinnorientierten Bau hochpreisiger Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen aufzuhalten und bezahlbaren Wohnraum bereitzustellen. Eltern bleiben im Land, wenn sie eine gute Versorgungssituation für die Kinder und Jugendlichen vorfinden und in deren Zukunft investiert wird. Die GroKo ist gut beraten, an der kostenlosen KiTa festzuhalten und die von Frau Schwesig in Aussicht gestellten 10.000 Ganztagschulplätze tatsächlich zu schaffen. Daneben sind Anstrengungen erforderlich, der gesellschaftlichen „Akademisierung“ entgegenzuwirken und dem Handwerk goldenen Boden zu bereiten. Eine wertvolle Maßnahme wäre die Etablierung von Ausbildungszentren für Lehr- und Fachberufe. Auch der von Minister Brodkorb eingeleitete Kulturkahlschlag muss revidiert werden. Kultur ist kein Luxus. Sie ist ein wichtiger Standortfaktor und – wichtiger noch – existentielle Grundlage einer humanitären, überzeugt demokratischen Gesellschaft.

Es steht allerdings zu Befürchten, dass viele der dringend notwendigen Maßnahmen nicht umgesetzt werden, denn die MPin hat angekündigt, den rigiden Sparkurs ihres Vorgängers Sellering fortführen zu wollen. Dabei wäre das inzwischen gar nicht mehr notwendig. Die Pro-Kopf-Verschuldung in MV ist stark gesunken und liegt mit ca. 6.400€ inzwischen weit unter der anderer Bundesländer bereits in Nähe des Niveaus von Baden-Württemberg (ca. 4.600€). Kluge Investitionen zahlen sich später wieder aus. Die Schere zwischen ländlicher und städtischer Region muss wieder geschlossen werden. MV darf nicht „zerspart“ werden, bis es abgeschlagen hinter den Entwicklungen anderer Bundesländer zurückbleibt.

Vielleicht lässt sich Frau Schwesig ja noch von Kursänderungen überzeugen? Dazu muss sie nur umsetzen, was sie angekündigt hat, nämlich an „Praxistagen“ in Betrieben und Einrichtungen arbeiten und sich den Alltag ihrer Landsleute genau ansehen zu wollen. Bleibt zu hoffen, sie wählt ihre Arbeitsplätze nicht nach Dahlemann’scher Manier. Den offenen und ehrlichen Dialog mit den BürgerInnen zu suchen, und dann genau zuhören, ist ein Ansatz, den Sellering, wenn überhaupt, nur halbherzig verfolgte, weswegen sich viele enttäuscht von ihm nach rechts abwandten. Frau Schwesig täte also gut daran, die Sorgen und Nöte der Vorpommern und Mecklenburger ernst zu nehmen. Auch die Partei FREiER HORIZONT hat Frau Schwesig in einem Brief den politischen Meinungsaustausch angeboten. Mal sehen, vielleicht kommt ja eine Einladung zum Gespräch?

[Dr. R. G. Mundkowski]





Austausch mit Parteien unerwünscht!

Bevormundung: Veranstalter des Rostocker Klimaaktionstages unterbinden energiepolitische Diskussionen

Erfunden wurde der Klimaaktionstag (KAT) im April vor 10 Jahren von einer „Klima-Allianz“ aus Umweltverbänden, Entwicklungsorganisationen und Kirchen. Unter dem Motto „Ran an die Kohle“ sollte ein Moratorium gegen Kohlekraftwerke durchgesetzt werden. Erklärtes Ziel war es, Denkanstöße in die Zivilgesellschaft zu tragen und so Debatten zur Energie- und Klimapolitik auszulösen.

Hoppla - fiel da eben etwa das Wort „Politik“? Haben die Veranstalter des 9. Rostocker KAT (https://klimaaktionstag-rostock.de), u.a. die Stadtverwaltung, die Straßenbahn AG und die Deutsche Bahn, da etwa irgendwas nicht richtig verstanden? Denn die Vertreterin der Organisatoren, Frau Trabert vom „Kreativsaison e.V.“, teilt der Partei FREiER HORIZONT auf ihren Beteiligungsantrag hin mit, man hätte „… diskutiert, in wiefern der Klimaaktionstag eine politische Plattform sein sollte …“ und gegen die Präsentation von Parteien entschieden. Dies insbesondere auch vor dem Hintergrund „… der 2-wochen später stattfindenden Bundestagswahlen …“. Vielleicht aber hat ja Politik in einem regionalen KAT tatsächlich nichts verloren?

Ein Blick in unser Bundesland belehrt uns eines Besseren: Wer in’s Ländliche fährt, erwartet und findet auch naturnahe Erholungslandschaft. Insbesondere deswegen ist der Tourismus unser wichtigster Wirtschaftsmotor. Daneben verfängt sich der Blick aber auch immer mehr in industriellen Windkraft-Parks, deren Mühlen mit der holländischen Romantik leider nichts mehr gemein haben. Darüber hinaus beschindeln zunehmend auch großflächige Solaranlagen unsere Naturflächen. Dabei kann das Zuviel an Strom bereits schon jetzt nicht mehr verwertet werden. Gigantische Monokulturen der Agrar-Großindustrie fressen Wälder und Auen und liefern Material für Biogasanlagen. Die Menschen stören. Sie sind ohnehin nur deswegen Querulanten gegen den Fortschritt, weil er vor der eigenen Haustür stattfindet. Abhilfe in dieser unangenehmen Situation verspricht der Abbau von Infrastruktur - wer keine KiTas, Schulen, öffentlichen Verkehrsmittel, Gesundheitsversorgung und keine Arbeit hat, der zieht weg. Doch wohin? In die Städte. Rostock leidet an Überlastung, auch durch die Landflucht. Sozialer Wohnungsbau findet kaum statt.

MV soll also Energieexportland werden. Ist dieses Konzept sinnvoll? Nutzt es den hier lebenden Menschen? Ist es ein Baustein nachhaltiger Energiepolitik für Deutschland? Hoppla - da ist es wieder, das Unwort „Politik“.
Wer hat für MV, für uns, die wir hier leben, entschieden? Es sind die Mitglieder der Parteien, „unsere“ Repräsentanten in der parlamentarischen Demokratie, die die Weichen der gesellschaftlichen Entwicklung stellen.
Wo aber bleibt beim Rostocker KAT der demokratische Diskurs mit den Parteien? Hier wird eine Chance vertan, den BürgerInnen die direkte Diskussion mit Parteivertretern zu ermöglichen - gerade kurz vor einer Bundestagswahl! Oder war die seltsam eigenwillige Entscheidung der Rostocker Veranstalter für einen „unpolitischen“ KAT und gegen die Teilnahme der Partei FREiER HORIZONT vielleicht sogar eigennützig grün-ideologisch verbrämt?

Aus welcher Motivation auch immer: Diese Entscheidung missachtet den Anspruch der BürgerInnen auf freien Zugang zu Information und Bürgermitsprache. Das muss am 10. Rostocker KAT anders werden!

[Dr. R. G. Mundkowski]

Warum Offshore-Windparks Naturschäden verursachen

Teil 1 - Saugbagger: Totengräber von Meeresgrundbewohnern

Baggerschiffe haben vielfältige Aufgaben. Sie werden für die Kies- und Sandförderung, Landgewinnung in Häfen und an Stränden, das Vertiefen und Verbreitern von Fahrrinnen sowie das Anlegen von Trassen für Stromkabel und Gas-Pipelines eingesetzt.

Schwimmbagger sind bereits bei der Verlegung der Unterwassergasleitung „Nord Stream 1“, die über 1200 km von Wyborg in Russland bis Lubmin bei Greifswald quer durch die gesamte Ostsee führt, als Verursacher von Umweltschäden in die Kritik geraten. Nun tragen „grüne“ Politik, Umwelt- und Naturschutzorganisationen diese Problematik im Zusammenhang mit den vorbereitenden Arbeiten zur Pipeline „Nord Stream 2“, die 2019 fertiggestellt sein soll, erneut in die öffentliche Diskussion. Dagegen werden die Schadwirkungen infolge Bauarbeiten zu Offshore-Projekten der erneuerbaren Energien wie Windkraft- oder Solarparks kaum hinterfragt. Ist dies sachlich gerechtfertigt oder passen die Tatsachen schlicht nicht in ein ideologisch verbrämtes Wunschbild? Faktisch haben gerade die Baggerarbeiten zu Offshore-Windparks deutlich zugenommen. Derzeit entstehen zwei jeweils ca. 35 km2 große Windparks, „Wikinger“ und „Arkona“, vor der Küste Rügens.

Welche Schadwirkungen treten nun beim Wasserbau auf?
Für Arbeiten in der Ostsee, deren Grund überwiegend aus lockeren Sedimenten besteht, sind sogenannte Saugbagger am besten geeignet und daher überall anzutreffen. An ihrem Fräs- oder Schleppkopf befindet sich ein Wasserdüsen-System, das die Sohle aufwirbelt. Diese Sedimentwolken werden durch ein Rohr zur Oberfläche gesaugt und in die Schiffslagerräume, Schwimmcontainer oder auf Spülfelder verfrachtet.
Dabei entstehen Schäden an Natur und Umwelt: Die Bewohner des Meeresgrundes werden mitgerissen und getötet. Die aufgewirbelten feineren Sedimente gelangen mit dem überschüssigen Wasser zurück in das Meer und werden mit der Strömung fortgetragen. Diese „Trübungsfahnen“ lagern sich an anderen Orten wieder ab. Dort decken sie Meeresgrundbewohner zu oder verstopfen deren Atemöffnungen. So stirbt die Nahrungsgrundlage von Fischen und Wasservögeln ab. Die Regeneration solcher Areale nimmt Jahre in Anspruch.
 Daneben beeinträchtigt der Unterwasserlärm die Ökosysteme. Die Reichweite des Schalls im Wasser übertrifft die in Luft um ein Vielfaches. Auf akustische Kommunikation angewiesene Fisch- und Säugetierarten pflanzen sich nicht mehr fort oder wandern ab. Die auch in der Ostsee heimischen Schweinswale können ihre Orientierung verlieren, bei Stoßwellen, wie sie beim Einrammen von Fundamenten auftreten, womöglich sogar dauerhaft. Sie finden nicht mehr ausreichend Nahrung und verenden.

Sicherlich sind gewisse Unterwasserarbeiten für unsere Gesellschaft unvermeidbar. Angesichts ihrer Schadwirkungen sollten sie jedoch auf das absolut notwendige Maß beschränkt werden. Um den Bürgerinnen und Bürgern eine objektive Abwägung von Nutzen und Schäden zu ermöglichen, sind eine transparente Informationspolitik und offene Diskussionen unerlässlich. Die auch mit der Errichtung von Anlagen erneuerbarer Energien verbundenen Nachteile aus der Debatte zu halten ist unseriös und muss als tendenziöse Beeinflussung der Meinungsbildung abgelehnt werden.
So entpuppt sich denn die Erfolgsgeschichte vom „umweltfreundlichen“ Offshore-Windpark bereits beim Bau als Märchen.

Welche Folgeschäden ein bereits fertiggestellter Offshore-Windpark verursacht, erfahren Sie in Teil 2.

[Wissenschaftliche Beratung: Dr. C. Bönsch
Redaktion: Dr. R. G. Mundkowski]

Frau Dr. Carola Bönsch zur Beirätin berufen

Die Partei FREiER HORIZONT freut sich über die Verstärkung ihres Expertenteams

Am 26.06.2017 wurde Frau Dr. rer. nat. Carola Bönsch vom Vorstand der Partei FREiER HORIZONT einstimmig als Beirätin für Umwelttechnologie und Umweltschutz bestellt. Der erfahrenen Wissenschaftlerin und Gutachterin liegen im Schwerpunkt genau die Themen am Herzen, die in unserem Bundesland von kritischer Bedeutung und daher auch für die politische Arbeit der Partei FREiER HORIZONT von hohem Stellenwert sind. Hierzu zählen Grundwasserschutz und nachhaltige Wasserbewirtschaftung, Boden-, Umwelt- und Immissionsschutz, die Nachhaltigkeit von Land- und Forstwirtschaft, Energienutzung und Industrie sowie Infrastrukturerhalt und -entwicklung im ländlichen Raum.
Frau Dr. Bönsch absolvierte ihr Studium der Geologie an der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg, wo sie nach fünfjähriger Tätigkeit als Wissenschaftlerin und Dozentin mit einer ingenieurgeologisch-geotechnischen Dissertation auch promoviert wurde. Danach wechselte Frau Dr. Bönsch in die freie Wirtschaft und widmete sich als Sachverständige und Projektleiterin Aufgaben in den Bereichen Hydrogeologie, Wasserwirtschaft, Altlasten, Bodenkunde, Baugrund / Geotechnik und Umweltverträglichkeitsprüfung. Dabei sammelte sie als Mitarbeiterin verschiedener Ingenieurbüros in Schwerin, Greifswald und Stralsund umfangreiche Erfahrungen. Seit 2015 ist die heute 40-Jährige für die Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern tätig.

Frau Dr. Bönsch weiß um die Probleme in unserem Bundesland. Sie lebt mit ihrem Partner und zwei Kindern in der Nähe von Grimmen inmitten einer strukturschwachen Region Vorpommerns.
Neben natur- und ingenieurwissenschaftlichen Fragestellungen gilt Frau Dr. Bönschs Interesse der kritischen Analyse des Bildung- und Sozialsystems.

[Dr. R. G. Mundkowski]

 

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